Die Kreativitäts-AG
Ed Catmull, Amy Wallace, 2014
Pixar-Filme wirken wie mühelose Wunder. Doch einer ihrer Schöpfer sagt offen: Fast jeder davon war anfangs schlecht. Ed Catmull erzählt, wie aus einem Studio ein Ort wird, an dem ein schwacher Anfang zu einem starken Ergebnis heranwächst, immer wieder. Dieses Buch handelt nicht von Animation, sondern von Teams, Offenheit und der Angst, die alles Neue im Stillen erstickt. Du verstehst, wie du unausgereifte Ideen schützt, die Wahrheit hörst und aus Fehlern lernst, ohne Schuldige zu suchen.
Für wen
Für alle, die Menschen führen: Führungskräfte, Gründer und alle, die gerade ihr erstes Team aufbauen. Und für alle, die wissen möchten, wie ein Ort funktioniert, an dem immer wieder Neues entsteht.
Scheitern ist kein notwendiges Übel. Es ist überhaupt kein Übel. Es ist die unvermeidliche Folge davon, etwas Neues zu tun.
Worum es in diesem Buch geht
Pixar-Filme wirken, als kämen sie schon schön und mühelos auf die Welt. Ed Catmull, einer der Gründer des Studios, sagt das Gegenteil: Fast jeder ihrer Filme war in seinen ersten Fassungen schlecht. Das Wunder besteht nicht darin, dass jemand einmal eine geniale Idee hatte. Es besteht darin, dass das Studio gelernt hat, aus einem schwachen Anfang ein starkes Ergebnis zu machen, immer wieder.
Ed Catmull ist Wissenschaftler und einer der maßgeblichen Wegbereiter der Computeranimation. Viele Jahre leitete er Pixar und das Animationsstudio von Disney. Pixar ging aus einem kleinen Team von George Lucas hervor: der Computerabteilung seiner Firma Lucasfilm. Diese Abteilung kaufte Steve Jobs in den 1980er-Jahren. Gemeinsam mit der Journalistin Amy Wallace schrieb Catmull ein Buch darüber, wie ein kreatives Team funktioniert, dem nach dem ersten Erfolg nicht die Luft ausgeht.
Es geht darum, warum ein starkes Team wichtiger ist als eine brillante Idee, weshalb es ehrliche Besprechungen ohne Vorgesetztenmacht braucht und wie sich ein unausgereifter Gedanke vor einem vorschnellen Urteil schützen lässt. Und darum, was uns daran hindert, eigene Fehler zu sehen. Dieses Buch handelt nicht von Animation. Es handelt davon, wie man verhindert, dass Angst und Gewohnheit eine lebendige Arbeit ersticken.
Idee 1. Ein starkes Team ist wichtiger als eine brillante Idee
Wir glauben gern, dass die Idee alles entscheidet: Finde einen genialen Einfall, und der Erfolg ist sicher. Catmull beobachtete Dutzende Projekte und kam zum gegenteiligen Schluss. Wichtiger als die Idee sind die Menschen, die daran arbeiten.
Seine Formel lautet: Gib eine gute Idee einem mittelmäßigen Team, und es wird sie ruinieren. Gib einem hervorragenden Team eine mittelmäßige Idee, und es wird sie verbessern oder verwerfen und eine bessere finden. Anfangs ist eine Idee fast immer unausgereift. Menschen bringen sie weiter. „Toy Story 2“ etwa war zeitweise in so schlechtem Zustand, dass das Team den Film fast von Grund auf neu aufbaute. Gerettet wurde er von Menschen, nicht von einem neuen Einfall.
Ein Führungsfehler besteht darin, sich in eine Idee zu verlieben und sie zu schützen, während man Menschen nur als Ausführende betrachtet. Catmull setzt vor allem auf das Team: darauf, wie die Menschen streiten, einander vertrauen und Defektes reparieren. Zuerst das Team, dann die Idee. So wendest du es an: Wenn ein Projekt stockt, suche nicht sofort eine neue geniale Idee. Frage zuerst, ob das Team gut zusammenarbeitet und die Menschen offen miteinander sprechen.
Stell dir zwei Abteilungen vor. Die eine hat einen genialen Plan, aber die Menschen können einander nicht ausstehen. Die andere hat einen durchschnittlichen Plan, doch die Menschen vertrauen einander und sagen die Wahrheit. Nach einem halben Jahr wird die zweite die erste überholen. Einen durchschnittlichen Plan kann man verbessern, zerstörte Beziehungen kaum.
Die Idee ist nur der Anfang. Zur Reife bringt sie kein einsamer Autor, sondern ein Team, das offen streiten und einander helfen kann.
Über den Autor
Ed Catmull ist Wissenschaftler und einer der Pioniere der Computeranimation. Er war viele Jahre Präsident von Pixar und dem Animationsstudio von Disney. Amy Wallace ist eine amerikanische Journalistin und Mitautorin des Buches.
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