Tu, was am wichtigsten ist. Vision, Plan und Zeit für das Wesentliche
Rob Shallenberger, Steve Shallenberger, 2021
Du arbeitest viel, und trotzdem bleibt das Wichtigste liegen? Der ehemalige Kampfpilot Rob Shallenberger und sein Vater Steve schlagen drei Gewohnheiten vor: eine persönliche Vision aufschreiben, Ziele nach Rollen festlegen und die Woche im Voraus planen. Das Buch zeigt, wie du dein Bild vom eigenen Leben mit dem verbindest, was du am Mittwoch um sieben Uhr abends tun wirst.
Für wen
Für alle, die ständig beschäftigt sind, aber das Gefühl haben, dass das Wichtigste im Leben warten muss. Und für Führungskräfte, die möchten, dass ihr Team seine Zeit dem Wesentlichen widmet, statt ständig Brände zu löschen.
Wenn du dein Traumhaus nur einmal bauen könntest, würdest du seinen Plan mit größter Sorgfalt entwerfen. Auch unser Leben haben wir nur einmal. Wie wichtig ist also ein verlässlicher Plan dafür?
Ein Brief einen Monat nach der Konferenz
Amy arbeitete viele Jahre bei American Express und stieg immer weiter auf, bis sie Senior Director wurde. Ihren Namen haben die Autoren wie alle Namen im Buch geändert. Irgendwann nach ihrem vierzigsten Geburtstag hatte sie das Gefühl, ihr Leben stecke fest. Termine drängten, ständig reagierte sie auf die Anliegen anderer und kam nicht zum Wesentlichen. Sie arbeitete noch mehr, doch der Aufgabenberg schrumpfte nicht. Auch zu Hause wurde es schwieriger: Sie empfand die Zeit mit ihrem Mann und ihrer Tochter, die mit einer schweren Krankheit geboren worden war, als zu knapp. Für Sport blieb überhaupt keine Zeit.
Amy las Bücher und hörte Podcasts. Ratschläge wie „Beginne den Morgen mit dem wichtigsten Projekt“ waren nicht schlecht, änderten aber nichts. Eines Tages besuchte sie auf einer großen Konferenz in Washington einen Vortrag der Autoren dieses Buches. Danach eilte sie fast im Laufschritt zur Bühne und sagte, sie habe endlich gefunden, was sie suchte: einen einfachen Handlungsablauf. Einen Monat später kam ein Brief von ihr: Ihr Chef und ihre Kollegen sagten, sie sei organisierter und ruhiger geworden. Sie hatte rund viereinhalb Kilogramm abgenommen, trainierte fünfmal pro Woche, fand wieder Zeit für Mann, Tochter und Freunde und entdeckte in ihrem Tag Stunden, von denen sie zuvor nichts geahnt hatte.
Rob und Steve Shallenberger sind Sohn und Vater. Rob flog elf Jahre lang F-16-Kampfjets bei der US-Luftwaffe. Steve kaufte mit sechsundzwanzig sein erstes Unternehmen, in dem bald mehr als siebenhundert Menschen arbeiteten. Gemeinsam gründeten sie Becoming Your Best. Nach eigener Aussage untersuchten sie vierzig Jahre lang die besten Führungskräfte und erfolgreichsten Menschen und fanden zwölf gemeinsame Prinzipien. Drei stießen auf besonders große Resonanz: mit einer Vision führen, mit einem Plan steuern und Zeit nach Prioritäten einteilen. Diesen drei Prinzipien ist das Buch gewidmet.
Der Kerngedanke: Menschen fehlt oft nicht der Einsatz, sondern ein klarer Handlungsablauf. Die Autoren schlagen drei Gewohnheiten vor: eine schriftliche persönliche Vision, Rollen und Jahresziele sowie eine vorausschauende Wochenplanung. Gemeinsam sollen diese Gewohnheiten die Produktivität um mindestens 30–50 Prozent steigern. Das ist ein Versprechen der Autoren auf Grundlage ihrer Schulungserfahrung, kein Ergebnis einer unabhängigen Überprüfung. Du erfährst nun, wie diese Gewohnheiten im Cockpit eines Kampfjets entstanden, wie man sie umsetzt und warum ein einziger Kalendereintrag einem Vater seinen Sohn zurückbringen kann.
Dreißig Meter am Nachthimmel
Ein nächtlicher Übungsflug über South Carolina. Rob führt zwei F-16 in etwa sechs Kilometern Höhe, sein Flügelmann fliegt ungefähr eineinhalb Kilometer links von ihm. Die Nacht ist sehr dunkel. Sichtbar ist nur ein schmaler Ausschnitt durch die Nachtsichtbrille. Rob gibt beiden Flugzeugen den Befehl, gleichzeitig um 180 Grad nach links zu drehen. Genau in diesem Moment erscheint auf dem Radar an seinem rechten Knie ein Übungsziel, dem er seine Aufmerksamkeit zuwendet.
Der Flügelmann dreht jedoch irrtümlich nach rechts. Auch ihn hat eine aufleuchtende Anzeige im Cockpit abgelenkt, und er beobachtet den führenden Piloten nicht mehr. Die Flugbahnen kreuzen sich. Bei einer Annäherungsgeschwindigkeit von mehr als 1600 Kilometern pro Stunde fliegen die Maschinen mit weniger als dreißig Metern Abstand aneinander vorbei. In der Luft bemerkt keiner von beiden etwas. Erst bei der Flugnachbesprechung erkennen beide anhand der Aufzeichnungen, wie knapp sie dem Tod entkommen sind.
Piloten nennen diesen Zustand Aufgabenüberlastung. Im Cockpit geschieht so viel, dass der Pilot nicht mehr alles verarbeiten kann. Unbemerkt blendet er nach und nach Dinge aus und verliert das Wesentliche aus dem Blick. In jener Nacht war es entscheidend, sich zu vergewissern, dass der Flugweg frei war, statt ein Übungsziel auf dem Radar zu betrachten.
Die Autoren übertragen dieses Bild auf Arbeit und Privatleben. Wenn es mehr Aufgaben als Zeit gibt, steigt die Anspannung, die Qualität der Arbeit sinkt, und zuerst leidet der normale Austausch miteinander. Das Motto „mit weniger Mitteln mehr leisten“ ist ihrer Ansicht nach ein fertiges Rezept für solche Überlastung und damit für sinkende Produktivität, Personalabgänge und eine gedrückte Stimmung im Team.
Über den Autor
Rob Shallenberger flog elf Jahre lang F-16-Kampfjets bei der US-Luftwaffe. Sein Vater Steve Shallenberger ist Unternehmer. Gemeinsam gründeten sie Becoming Your Best und führen weltweit Schulungen für Organisationen durch.
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