13 Dinge, die mental starke Menschen nicht tun
Amy Morin, 2014
Innerhalb von drei Jahren verlor Amy Morin ihre Mutter und ihren Mann, und als ein weiterer naher Mensch todkrank wurde, schrieb sie für sich eine Liste mit dreizehn Dingen, die mental starke Menschen nicht tun. Millionen haben diese Liste gelesen, und daraus ist ein Buch gewachsen. Geschichten aus ihrer Praxis, von Sportlerinnen, Schriftstellern und Erfindern zeigen, wie du Gewohnheiten ablegst, die dir unbemerkt Kraft rauben.
Für wen
Für alle, die es satthaben, sich selbst zu bemitleiden, sich nach der Meinung anderer zu richten und Angefangenes nach dem ersten Misserfolg hinzuwerfen. Und für alle, die verstehen wollen, woraus mentale Stärke wirklich besteht.
Nur weil ein Mensch etwas denkt, ist es noch lange nicht wahr. Lass nicht zu, dass die Meinung eines einzigen Menschen bestimmt, wer du bist.
Eine Liste, nur für sich selbst geschrieben
Amy Morin war dreiundzwanzig, als ihre Mutter plötzlich starb: Im Gehirn war ein Aneurysma gerissen, eine gefährlich ausgeweitete Stelle eines Blutgefäßes. Drei Jahre später, auf den Tag genau, starb ihr Mann Lincoln. Er war sechsundzwanzig, die Ursache war ein Herzinfarkt. Morin arbeitete damals schon als Psychotherapeutin und half anderen Menschen, Verluste zu verarbeiten. Jetzt musste sie selbst da hindurch.
Einige Jahre vergingen. Sie heiratete wieder, und das Leben kam langsam wieder in Ordnung. Dann stellte sich heraus, dass der Vater ihres neuen Mannes unheilbar an Krebs erkrankt war. Morin merkte, wie das Selbstmitleid sie hinunterzog: Warum schon wieder ich? Statt in diesem Gefühl zu versinken, setzte sie sich hin und schrieb einen Brief an sich selbst. Es war eine Liste mit dreizehn Dingen, die mental starke Menschen nicht tun.
Sie stellte die Liste ins Internet, die Website von Forbes übernahm sie, und sie verbreitete sich um die ganze Welt. So entstand dieses Buch. Sein Kerngedanke ist einfach. Mentale Stärke ist wie körperliche Stärke: Du kannst so oft ins Fitnessstudio gehen, wie du willst, aber wenn du dich nur von Junkfood ernährst, wird sich kein Ergebnis zeigen. Gute Gewohnheiten aufzubauen reicht nicht, du musst auch die schlechten ablegen. Morin versteht mentale Stärke als die Fähigkeit, drei Dinge zu lenken: die eigenen Gedanken, die eigenen Gefühle und das eigene Handeln.
Auf dich warten dreizehn Kapitel, eins für jede Gewohnheit auf der Liste. In jedem steckt eine Geschichte: aus Morins Praxis, von einer Sportlerin, einem Schriftsteller, einem Erfinder. Und in jedem steht, was du statt der alten Gewohnheit tun kannst.
Der Junge, der den Schulbus besiegt hat
Eine der ersten Geschichten im Buch handelt von einem Jungen namens Jack. Er wurde von einem Schulbus angefahren und schwer verletzt. Jack überlebte und begann sich zu erholen, doch die Erwachsenen um ihn herum bemitleideten ihn weiter. Sie sprachen von ihm als einem armen Kind, dem etwas Schreckliches zugestoßen war.
Das Mitleid kam aus Liebe, wirkte aber gegen ihn. Auch der Junge begann, sich als Opfer zu sehen. Alles änderte sich, als die Erwachsenen die Geschichte anders erzählten: Jack ist kein armes Kind, sondern der Junge, der den Schulbus besiegt hat. Mit dieser Geschichte über sich kehrte er voller Selbstvertrauen in die Schule zurück.
Morin erklärt, warum Selbstmitleid einen so leicht in seinen Bann zieht. Es bringt Erleichterung und scheint das Recht zu geben, nichts zu verändern. Morin zitiert den amerikanischen Politiker John Gardner, der Selbstmitleid mit einer Droge verglich. Solange man sich selbst bemitleidet, gewöhnt man den Verstand daran, nur das Schlechte zu sehen, und alles Gute zieht unbemerkt vorbei.
Das Gegenmittel sieht Morin in Dankbarkeit. Sie erzählt von der Läuferin Marla Runyan, die seit ihrem neunten Lebensjahr fast nichts sieht. Runyan hält ihre Krankheit nicht für eine Einschränkung und spricht nicht darüber, was die Krankheit ihr genommen, sondern was sie ihr gegeben hat. Im Jahr 2000 startete sie bei den Olympischen Spielen in Sydney und wurde Achte im Lauf über 1500 Meter.
Über den Autor
Amy Morin ist eine amerikanische Psychotherapeutin und Dozentin für Psychologie an einem College. Ihre Bücher über mentale Stärke wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt.
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