Mit dem Herzen eines Buddha. Heilende Wege zu Selbstakzeptanz und Lebensfreude
Tara Brach, 2003
Kennst du das Gefühl, dass etwas mit dir nicht stimmt und du dich deshalb noch mehr anstrengen musst? Tara Brach nennt es die Trance der Unwürdigkeit und zeigt, wie sie das Leben still aufzehrt. Sie verbindet ihre Erfahrung als Psychologin mit buddhistischen Geschichten und Erzählungen ihrer Schüler. Du erfährst, wie du innehältst, einem schwierigen Gefühl freundlich begegnest und aufhörst, dich zu verstecken.
Für wen
Für alle, die sich ständig bewerten und nie mit sich zufrieden sind. Und für alle, die den Kampf mit ihren Gefühlen satthaben und ihnen ohne Scham begegnen möchten.
Wie wäre es, das Leben anzunehmen, diesen Augenblick genau so anzunehmen, wie er ist?
„Mein ganzes Leben dachte ich, mit mir stimmt etwas nicht“
Eine Schülerin von Tara Brach namens Marilyn saß am Bett ihrer sterbenden Mutter. Die Mutter lag bereits im Koma. Doch kurz vor dem Ende öffnete sie die Augen, sah ihre Tochter an und sagte: „Mein ganzes Leben dachte ich, mit mir stimmt etwas nicht.“ Dann fügte sie hinzu: „Was für eine Verschwendung!“ Das waren ihre letzten Worte.
Tara Brach ist eine amerikanische klinische Psychologin und Lehrerin buddhistischer Meditation. 1998 gründete sie in Washington eine Gemeinschaft für Vipassana-Meditation. 2003 veröffentlichte sie dieses Buch, ihr erstes. Ihre Frage ist einfach und schwer zugleich: Warum leben so viele Menschen wie Marilyns Mutter mit der stillen Gewissheit, irgendwie nicht richtig zu sein, und wie finden sie daraus heraus?
Brachs Antwort besteht aus zwei Teilen. Zuerst gibt sie dem Zustand einen Namen, Trance der Unwürdigkeit, und zeigt, wie er funktioniert. Dann schlägt sie einen Ausweg vor, den sie radikale Akzeptanz nennt: klar sehen, was im Inneren geschieht, und dem Erkannten freundlich begegnen. Das Wort „radikal“ stammt von einem lateinischen Wort für „Wurzel“. Hier bedeutet es Annahme bis zur Wurzel, einschließlich dessen, was wir in uns verstecken möchten.
Du erfährst, wie sich die Trance von innen anfühlt und was sie uns nimmt. Du lernst, warum Brach an einen Piloten erinnert, der überlebte, weil er bewusstlos wurde, und wie der Buddha seinen Versucher zum Tee einlud. Du erfährst, was ein Mensch mit Alzheimer tat, als er vor hundert Menschen vergaß, wo er war. Am Ende bekommst du eine Praxis aus vier Schritten für die schwierigsten Momente.
Ein Traum, der wie Wirklichkeit erscheint
Brach beschreibt die Trance der Unwürdigkeit mit dem Bild eines wiederkehrenden Traums. Darin bist du ständig in Eile, strengst dich an und kämpfst. Trotzdem kommst du nie rechtzeitig und weißt schon vorher, dass du es nicht schaffen wirst. Aufzuwachen ist schwer, weil der Traum wie das Leben selbst erscheint. So funktioniert auch die Trance: „Mit mir stimmt etwas nicht“ klingt nicht wie ein Gedanke, sondern wie die Wahrheit über dich.
Von innen ähnelt das einer ständigen Überwachung. Habe ich etwas Unpassendes gesagt? Habe ich genug getan? Wie wirkt das von außen? Selbst Erfolg rettet dich nicht lange. Die Freude über das Erreichte weicht schnell einer neuen Liste dessen, was noch verbessert werden muss.
Brach erzählt das auch über sich selbst. Nach dem College lebte sie etwa zehn Jahre in einem Ashram, einer Gemeinschaft, in der Menschen zusammenwohnen und täglich viele Stunden Yoga und Meditation praktizieren. Die Übungen waren streng, das Leben folgte Regeln. Dennoch verschwand die Trance nach ihren Worten auch dort nicht. Sie beobachtete und verurteilte sich weiter, nur war nun die spirituelle Praxis der Maßstab.
Darin liegt der zentrale Irrtum, den das Buch zeigt. Wir glauben, die Trance lasse sich durch noch mehr Anstrengung heilen: ein neues System, ein neues Ziel, ein weiteres Projekt zur Selbstverbesserung. Doch wenn all das aus dem Gefühl heraus geschieht, dass mit mir etwas nicht stimmt, bestätigt jede Anstrengung nur dieses Urteil. Der Traum wechselt lediglich die Kulisse.
Über den Autor
Tara Brach ist eine amerikanische klinische Psychologin und Meditationslehrerin. Sie gründete eine Gemeinschaft für Einsichtsmeditation in Washington und schrieb unter anderem „Mit dem Herzen eines Buddha“ und „Dein furchtloses Herz“.
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